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Startseite - News - Neuer Arbeitsbereich: Digital Streetwork mit Schwerpunkt Sexarbeit

  • Oktober 29, 2026
  • Hanna

Neuer Arbeitsbereich: Digital Streetwork mit Schwerpunkt Sexarbeit

Die digitale Welt ist längst eine eigene Lebenswelt. Kontakte, Information, Arbeit; vieles davon findet online statt, und das gilt auch für die Sexarbeit. Beworben, angebahnt oder teils komplett digital geleistet. Über Plattformen, soziale Netzwerke, Foren und Apps. Wer Menschen in der Sexarbeit erreichen will, muss also auch dort präsent sein, wo sie tatsächlich sind.

Das ist die Idee hinter dem neuen Arbeitsbereich „Digital Streetwork“, mit dem ein bewährtes Prinzip der aufsuchenden Sozialarbeit in den digitalen Raum übertragen wird. Nicht warten, bis jemand zu uns kommt, sondern ansprechbar sein, dort wo gearbeitet wird.

Warum es das braucht?

Viele Sexarbeitende wechseln häufig die Stadt; und jede Stadt hat eigene Beratungsangebote, teils auch unterschiedliche Regelungen etwa zur Steuer oder Anmeldung. Manche Orte haben gar keine Fachberatungsstelle für Sexarbeitende. Dazu kommt das Stigma, welches viele davon abhält, sich überhaupt an klassische Angebote zu wenden, erst recht, wenn Hilfe an Bedingungen geknüpft ist wie den Druck auszusteigen, an Urteile oder Schubladen.

Über den digitalen Weg sind wir ortsunabhängig erreichbar und machen so auch Menschen auf unser Angebot aufmerksam, welche es sonst nie kennengelernt hätten. Niedrigschwellig, auf Wunsch anonym, ohne versteckte Agenda. Digital Streetwork setzt bewusst anders an.

Konkret heißt das: Wir sind online ansprechbar, geben Informationen weiter, beraten bei Fragen und vermitteln weiter, wenn es gewünscht ist. Etwa zu rechtlichen Themen, Gesundheit oder weiteren Angeboten der Mitternachtsmission. Wir entscheiden nicht, was jemand braucht. Wir fragen. Und wir begegnen den Menschen, mit denen wir arbeiten, als Expert*innen ihrer eigenen Lebensrealität.

Was das bewirkt?

Erreichbarkeit für Menschen, welche das übrige Hilfenetz online nicht erreicht. Einen Ort, an dem man Fragen stellen kann, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Und ein Stück Sichtbarkeit gegen ein Stigma, welches davon lebt, dass über Sexarbeit geredet wird – statt mit den Menschen, die sie leisten.

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